Das Lößnitzgymnasium im SZ- Schulnavigator
Welche Schule ist die richtige für mein Kind? Vor dieser wichtigen Entscheidung stehen demnächst wieder zahlreiche Eltern. Die Sächsische Zeitung will ihnen dabei helfen und hat dazu Eltern an Gymnasien befragt. Über 5300 Mütter und Väter haben sich an der großen Befragung beteiligt und geben anderen Eltern ihre Erfahrungen weiter. Hier lesen Sie die Ergebnisse, deren Kommentierung, ein Schulporträt und viele Fakten.
1.Eltern würden diese Schule wieder wählen
Prof. Wolfgang Melzer kommentiert die Ergebnisse der Elternbefragung an dieser Schule
An der Befragung am Lößnitzgymnasium Radebeul haben sich 136 Eltern beteiligt, dies entspricht einem Rücklauf von 66,7 Prozent aus den befragten Klassenstufen 6, 9 und 11.
Ein hervorzuhebender Grund für die Schulwahl ist neben der Wohnortnähe der gute Ruf der Schule. Der Wert für allgemeine Zufriedenheit mit der Schule hegt im Durchschnittsbereich.. Überproportional hoch (85 Prozent) ist die Zustimmung zu der Frage, ob sich die Eltern gegebenenfalls noch einmal für diese Schule entscheiden würden.
Bei der Schulqualität erreicht das Gymnasium mit der Note 2,6 einen etwas unter dem Durchschnitt von 2,4 hegenden Wert (beste Schule: 1,7). Kritisch beleuchtet werden insbesondere der Unterrichtsausfall und die Klassengrößen. Auch hinsichtlich der Förderung leistungsschwacher und -noch etwas stärker – leistungsstarker Schüler sehen die Eltern Entwicklungsbedarf. Dagegen scheinen die Leistungsanforderungen den Erwartungen zu entsprechen.
Die Zusammenarbeit von Elternhaus und Schule wird überdurchschnittlich positiv beurteilt, der erzielte Wert von Note 2,3 ist in die Spannbreite von 1.7 bis 3,2 einzuordnen.
Die Eltern fühlen sich über das, was in der Schule ihres Kindes passiert, im allgemeinen gut informiert, 60 Prozent der Befragten hat das Gefühl, dass ihre Meinung in der Schule ernst genommen wird.
Psychosomatische Beschwerden treten ebenso wie Gewalt und Mobbing bei den Schülerinnen und Schülern dieser Schule seltener auf als im Regelfall an den anderen Befragungsschulen.
Die Eltern dieses Gymnasiums sind etwas weniger als der Durchschnitt der Schulen auf ein Studium an einer Universität fixiert. Sie sind nur unterdurchschnittlich sicher, dass ihr Kind das Abitur als Voraussetzung dafür erreicht.
Fazit: Die Schule gehört insgesamt ins gehobene Mittelfeld. Die Hauptreferenz ist eine hohe Gesamtzufriedenheit der Eltern, eine weitere die gute Zusammenarbeit von Elternhaus und Schule. Zu intensivieren wäre die Schulprogrammarbeit mit den Schwerpunkten Unterrichtsqualität sowie Förderung von leistungsstarken und leistungsschwachen Schülern! Zur erförderlichen Verbesserung der Grundausstattung der Schule wären andere Institutionen gefragt.
2. Eine kleine Schule mit gutem Klima
Das Lößnitzgymnasium hätte in den letzten Jahren jeweils vier neue 5. Klassen bilden können. Platz ist aber nur für drei.
Von Sven Görner
DIE GESCHICHTE DER SCHULE
Das Lößnitzgymnasium ist das jüngere der beiden Radebeuler Gymnasien. Gegründet wurde es 1993. Zehn Jahre später sollte es nach der Schulnetzplanung des Landkreises schrittweise mit dem Radebeuler Luisenstift-Gymnasium verschmelzen, weil die Schüler knapp wurden. Doch die Stadt hielt das nur für eine kurze Durststrecke und machte sich stark für die Schule. 2005 kippte der Aufhebungsbeschluss.
Geschichtsträchtig sind die zwei Gebäude. Das Haupthaus auf der Steinbachstraße ist ein schönes Jugendstilgebäude, das 1907 als „Realschule mit Progymnasium” eingeweiht wurde. Die Außenstelle, das Pestalozzihaus, war 1897 Radebeuls zweite Schule. In beide Häuser hat die Stadt in den vergangenen Jahren viel Geld investiert.
DER STOLZ DER SCHULE
Stolz sind Schüler, Eltern und Lehrer auf das gute Klima, das an der Schule herrscht. Das betrifft sowohl den Umgang der Schüler untereinander als auch zwischen Lehrern und Schülern. „Wir sind eine kleine Schule, da können die Lehrer den einzelnen Schüler gut einschätzen”, sagt Schülersprecherin Maria Oehmichen. Die zwei Konzerte, die Schüler und Lehrer im Jahr gemeinsam vorbereiten und gestalten, helfen mit, eine gute Basis zum Reden zu schaffen. „Gemobbt wird bei uns niemand”, sagt die Schülersprecherin. Man finde zwar nicht jeden Mitschüler gleich gut, „aber akzeptiert wird jeder”.
Mit speziellen Studienarbeiten bietet das Lößnitzgymnasium seinen Schülern bereits seit vielen Jahren die Chance, Methoden und Techniken zu erlernen und zu festigen, die für das Anfertigen wissenschaftlicher Arbeiten erforderlich sind. Die Schule war damit gewissermaßen Vorreiter, denn inzwischen hat diese Form als Komplexe Lernleistung in allen Gymnasien Einzug gehalten. Auch die Freiarbeit in den 5./6. Klassen dient dazu, dass die Schüler in Eigenleistung und mit einem hohen Maß an Freiheit ein selbst gesetztes Lernziel erreichen.
Noch relativ neu ist das Projekt Soziales Lernen (Compassion). Die Schüler der 9. Klassen absolvieren dabei ein zweiwöchiges Sozialpraktikum, das im Unterricht vor- und nachbereitet wird. Ein Praktikumstagebuch ist die Grundlage für eine thematisch frei zu wählende Belegarbeit, die die Schüler zum Abschluss schreiben müssen. Da die Reaktionen der Schüler überwiegend positiv sind, soll das vor drei Jahren gestartete Projekt weitergeführt werden.
DIE WÜNSCHE DER SCHULE
Maria Oehmichen spricht neben dem allgemeinen Platzproblem zwei Dinge an: Nachdem die Turnhalle saniert ist, sollten nun bald auch die Umkleideräume folgen. „Die kleinen Klassen in der Außenstelle brauchen mehr Zeit zum Essen. Weil der Platz fehlt, sind die Zeiten mittags gestaffelt.”
DAS BESONDERE DER SCHULE
Das Einzugsgebiet der Schule erstreckt sich über die Grenzen Radebeuls hinaus. Schüler kommen so auch aus dem Oberland und aus Dresden. Weil trotz der beiden Gebäude aber nur drei Klasen pro Jahr möglich sind, müssen viele Interessenten wieder weggeschickt werden. Das Lößnitzgymnasium ist so zwar klein, aber eben auch fein.
3. Respektvoller Umgang
Drei Fragen an den Schulelternrat des Lößnitzgymnasiums.
Warum ist es für Kinder und Jugendliche besonders attraktiv, gerade Ihre Schule zu besuchen? Nennen Sie bitte die drei aus Ihrer Sicht wichtigsten Gründe?
Partnerschaftliches Handeln und demokratisches Gestalten des Schullebens als Leitgedanke – respektvoller und ehrlicher Umgang miteinander; hohe Lernbereitschaft, die durch moderne Lehrformen gefördert wird; Schüler, Lehrer und Eltern setzen sich über grundlegende Normen und Werte auseinander.
Gibt es an Ihrer Schule Projekte, die sich besonders erfolgreich etabliert haben?
Freiarbeit; fächerverbindender Unterricht; Compassion (Projekt soziales Lernen); Schüleraustauschprogramm mit USA (GAAP); Studienarbeit
In welchen Bereichen Ihrer Schule sehen Sie Entwicklungs- und Verbesserungsmöglichkeiten?
Schüleraustausch mit weiteren Ländern nach den am Gymnasium angebotenen Fremdsprachen.
3. Bewertung der Eltern
