Schulprogramm
Schulprogramm Lößnitzgymnasium Radebeul
Unser Schulprogramm entstand im Konsens von Schülern, Lehrern und Eltern. Es gibt sowohl über Aktivitäten Auskunft, die bisher den Charakter unseres Gymnasiums prägten, als auch über Maßnahmen, die in Zukunft die Schulqualität bestimmen.
Wir wissen, welche Verantwortung wir für junge Menschen tragen. Die Schülerpersönlichkeit durch demokratischen Umgang miteinander ganzheitlich fördern, ein gesundes Schulklima wahren und Werte vermitteln – mit diesem Willen haben wir dieses Schulprogramm beschlossen. Maria Montessoris Idee „Man muss denken lehren, nicht Gedachtes“ erfasst dabei im Besonderen unseren Anspruch.
1. Vorstellung der Schule
Das Lößnitzgymnasium Radebeul ist eine 1993 gegründete Schule in alten, traditionsreichen Gebäuden. Dieser Symbiose von Altem, Traditionellem und Neuem, Zukunftsweisendem wollen wir in unserem Wirken Rechnung tragen. So betrachten wir eine solide Ausbildung mit modernen Mitteln, vielfältiger Methodik und Offenheit für mannigfaltige Kontakte zu Institutionen und Organisationen außerhalb der Schule als tragfähiges Fundament, das Schülern und Lehrern Raum zur Entfaltung ihrer Kreativität bietet.
An unserem Gymnasium lernen 500 Schüler in zwei Gebäuden. Das Kollegium besteht aus 50 Lehrerinnen und Lehrern, und jedes Jahr absolvieren Referendare ihre praktische Ausbildung hier.
Unsere Schule ist günstig gelegen. Sie ist zum einen per Straßenbahn, S-Bahn und Bus leicht zu erreichen, und zum anderen liegt sie unweit der Schwimmhalle und des Theaters der Landesbühnen Sachsen.
Uns stehen moderne Fachkabinette für den naturwissenschaftlichen und gesellschafts-wissenschaftlichen Unterricht zur Verfügung, zwei Informatikkabinette mit Internetanschluss, eine große und zwei kleine Bibliotheken, Turnhallen, ein neuer Sportplatz, Klubräume und eine mit Bleiglasfenstern geschmückte Aula.
In der 5. Klasse lernen unsere Schüler Englisch, im 6.Schuljahr Französisch oder Russisch.
Am Lößnitzgymnasium können die Schüler ab der Klassenstufe 8 zwischen dem naturwissenschaftlichen Profil, dem sprachlichen Profil (Latein) und dem künstlerischen Profil wählen.
2. Leitbild unserer Schule
Lößnitzgymnasium – partnerschaftliches Handeln und demokratisches Gestalten des Schullebens
- Wir vermitteln in der schöpferischen und freundlichen Atmosphäre eines methodisch abwechslungsreichen Unterrichts vertiefte Allgemeinbildung. So entstehen hohe Lernbereitschaft sowie Freude und Selbstständigkeit der Schüler beim Wissenserwerb.
- Ziel unserer Bemühungen sind eine fundierte Studierfähigkeit und die Vorbereitung auf die Berufs- und Arbeitswelt. Zu deren Entwicklung bedarf es sowohl der partnerschaftlichen Arbeit von Schülern und Lehrern als auch eines entschiedenen Leistungsanspruches.
- An unserem Gymnasium führen wir – Schüler, Lehrer und Eltern – die Auseinandersetzung über grundlegende Normen und Werte. Dadurch fördern wir das soziale Verantwortungsbewusstsein und die Urteils- und Handlungsfähigkeit unserer Schüler.
- Der Individualität und den speziellen Begabungen unserer Schüler widmen wir besondere Aufmerksamkeit. Um diese zu fördern, suchen wir die Zusammenarbeit mit Institutionen, Vereinen, Firmen und Studieneinrichtungen unserer Region.
- Schüler, Eltern und Lehrer gehen respektvoll und ehrlich miteinander um und gestalten das schulische Leben demokratisch.
- Veränderungen in der Gesellschaft empfinden wir als Chance – wir setzen uns mit ihnen auseinander und fördern so die Entwicklung unserer Schule.
3. Wege der Realisierung in den Qualitätsbereichen
3.1 Lehren und Lernen
Das Lehren und Lernen, insbesondere der Unterricht, ist das Kernstück der Schule. Wir tragen Sorge dafür, dass die Lernangebote und die Lernumgebung so organisiert sind, dass die Schüler mit Erfolg und Freude lernen und dafür die notwendige Unterstützung und Wertschätzung erhalten. In einem interessanten Unterricht werden vielfältige Lernformen wie z.B. Stationenlernen oder selbstorientiertes Lernen angewendet.
Diese offene Form des Unterrichts, die dem Forschergeist des Kindes entspricht, fördert dessen selbstverantwortliches Lernen und seine soziale Interaktion. Die Lesestunde als Bestandteil der Freiarbeit hat zum Ziel, das Lesen zur Selbstverständlichkeit werden zu lassen.
Ein in der Erarbeitung befindliches schulinternes Curriculum zum Thema „Lernen
lernen“ wird Materialien zur Vermittlung von Lern- und Arbeitstechniken enthalten,
die in den jeweiligen Lehrplänen der Fächer gefordert sind.
Die Entwicklung der Selbstständigkeit und das wissenschaftspropädeutische Arbeiten der Schüler haben einen hohen Stellenwert in der Ausbildung am Lößnitzgymnasium.In der Sekundarstufe II schreiben alle Schüler eine wissenschaftliche Studienarbeit oder absolvieren ein Praktikum in einem Institut oder einer Forschungseinrichtung.
Teilnahme an Wettbewerben
Für die individuelle Förderung unserer Schüler nutzen wir die Teilnahme an vielen
Wettbewerben: Lessingwettbewerb, Vorlesewettbewerb, Russischolympiade, Bundes-fremdsprachenwettbewerb, Sprachwettbewerb mit dem Gymnasium Luisenstift, National Geographic, Känguruwettbewerb, Historix-Geschichtswettbewerb, Wettbewerb des Sächsischen Landtages zur Förderung der politischen Bildung, Mathematikolympiade, naturwissenschaftlicher Tag des Landkreises, Physikolympiade, Jugend trainiert für Olympia.
Wir würdigen die besonderen Leistungen unserer Schüler bei Wettbewerben und fördern leistungsfähige Teilnehmer.
Der Leistungskurs Physik nimmt an der Vorlesungsreihe „Physik am Samstag“ in der TU Dresden teil, während einzelne Schüler den Informatikkurs an der Universität im Schüler-rechenzentrum belegen können.
3.2 Schulkultur
Normen und Werte
Auf wichtige Verhaltensnormen für den Umgang von Schülern, Lehrern und Eltern haben wir uns im Papier „Stil und Ton“ geeinigt. Diese Regeln werden kontinuierlich aktualisiert und den Schülern vermittelt. Die Eltern unserer Schüler sind stets in die Kommunikation über Normen und Werte einbezogen.
Stil und Ton
Die Beratungslehrer bilden Schülermoderatoren aus, die helfen können, Konflikte produktiv zu lösen.
Die konstruktive und wertschätzende Zusammenarbeit zwischen Eltern und Lehrern hat einen hohen Stellenwert. Um jeden Schüler in seiner Entwicklung zur mündigen und eigenverantwortlichen Persönlichkeit zu fördern, müssen der elterliche und schulische Erziehungssauftrag sinnvoll aufeinander bezogen werden. Durch die Möglichkeit der Mitwirkung der Eltern in den verschiedenen Gremien kann dies geschehen.
Die Eltern unserer Schüler werden regelmäßig durch Schulleitung, Klassenlehrer und Fachlehrer informiert, beraten und unterstützt. Dazu nutzen wir die Elternabende in Verantwortung der Klassenlehrer und Elternsprecher, individuelle Gespräche, die Elternsprechtage und die Schullaufberatung. Die Mitarbeit der Eltern ist auf individueller, klassenübergreifender und gesamtschulischer Basis sehr vielfältig, indem u.a. Klassenfahrten, Wandertage, Konzerte oder sportliche Veranstaltungen unterstützt werden.
Ein Leitfaden für die Eltern der 5. Klassen enthält wichtige Informationen über Regelungen an unserem Gymnasium.
Regelmäßig erscheinende Elternbriefe informieren zu schulischen Angeboten und Veranstaltungen.
Der Elternrat wird in die Entscheidungsprozesse an der Schule eingebunden. Diese Zusammenarbeit ist unverzichtbar und wird von gegenseitigem Vertrauen getragen.
Durch ihr Engagement bei der Gestaltung des Schullebens in demokratischen Mitbestimmungsprozessen machen Schüler die Erfahrung der Anerkennung und des Angenommenseins, auch in kritischen Situationen der Auseinandersetzung. Der Schulleiter und die Lehrer unterstützen die Schüler und ermöglichen die Mitwirkung in allen Gremien der Schule wie z.B. Schülerrat, Abiturkomitee, Organisationsteams für Konzerte.
Traditionen
Schulkonzerte mit den Chören und dem Flötenensemble, Theateraufführungen, Schulfeste und der Schulklub bereichern das kulturelle Leben unseres Gymnasiums.
Verschiedene Arbeitsgemeinschaften und Sportgruppen mit ihren Mannschaften fördern die Persönlichkeitsentwicklung unserer Schüler und stärken die Verbundenheit mit der Schule. Traditionell beteiligen sich z.B. sportliche Talente an regionalen Laufwettbewerben.
Eine wachsende Zahl unserer Schüler nimmt am Tag „Genial sozial“ in Sachsen teil und fördert damit sowohl soziale Projekte in der Welt als auch in der Region.
Unsere 8.Klassen übernehmen Patenschaften über die 5. Klassen.
Ganztagsangebote
Die Ganztagsangebote für die Klassen 5 und 6 an drei Wochentagen bereichern das Schulleben nachhaltig. Angeboten werden zum einen die Hausaufgabenbetreuung und die individuelle Förderung vor allem in den Fächern Mathematik, Deutsch, Englisch und Französisch, zum anderen aber auch attraktive Projekte, insbesondere im künstlerischen, handwerklichen und sportlichen Bereich.
3.3 Professionalität
Systematische Zusammenarbeit im Kollegium
Die Organisation unseres Schullebens ist erst durch eine enge Zusammenarbeit im Kollegium möglich: In den Fachkonferenzen erfolgen ein reger Erfahrungsaustausch und kritische Diskussionen zu fachlichen und didaktisch-methodischen Themen.
An Pädagogischen Tagen widmen wir uns neuen bildungsrelevanten Themen und
arbeiten an schulinternen Konzepten.
In den Klassenstufenkonferenzen streben wir in den Gesprächen und in der konstruktiven Auseinandersetzung optimale Konzepte für die verschiedensten Bereiche und suchen individuelle Lösungen für den einzelnen Schüler.
Fortbildungskonzept
Lebenslanges Lernen ist uns ein Bedürfnis. Wir nutzen regionale und überregionale Fortbildungen, Angebote der Fachberater und Unterstützungssysteme wie die Fachfortbildner, Schulpsychologen oder Netzwerke.
Sächsischer Bildungsserver
3.4 Kooperation
Zusammenarbeit mit wissenschaftlichen, kulturellen und sportlichen Einrichtungen
Ein Kooperationsvertrag mit den Landesbühnen Sachsen unterstützt u.a. unser künstlerisches Profil mit Probenbesuchen oder Workshops, während unser Gymnasium schulische Räume für das Theater bereitstellt.
Wir pflegen die Zusammenarbeit mit der Stadtbibliothek Radebeul, der Schwimmhalle, der Musikschule des Landkreises, den Tanzschulen, dem Verein Deutscher Ingenieure und der TU Dresden.
Zusammenarbeit mit der Wirtschaft
Eine Vereinbarung unserer Schule besteht mit „Global Foundries“ Dresden. Dieses Unternehmen unterstützt uns mit Fachvorträgen und Bewerbungstraining.
Neue Partner gewinnen wir u.a. durch das Sozialpraktikum in Klasse 9.
Compassion
Schulpartnerschaften
Verschiedene Schüleraustauschprogramme erhöhen die Attraktivität unserer Schule:
der Austausch mit der Okemos High School Michigan/USA, mit dem Kandon Vaud/ Schweiz und auf der Basis der Städtepartnerschaft Radebeul – Sierra Vista mit Arizona/USA.
GAPP
Zusammenarbeit mit den Grundschulen
Die Aktivitäten der Arbeitsgemeinschaft Orientierungsstufe erleichtern dem Schüler
den Übergang von der Grundschule zum Gymnasium, indem unsere Lehrer die Altersbesonderheiten in den Klassen 5 und 6 kennen und bei der Planung und Durchführung ihres Unterrichts beachten. Sowohl durch den Vergleich der Lehrpläne Deutsch, Mathematik und Englisch in den Klassen 4 und 5 als auch durch Gesprächsrunden von Lehrern der Grundschulen, Gymnasien und Mittelschulen erweitern die Pädagogen ihr Wissen über die Ausgangsbedingungen der Schüler nach Klasse 4. Während die Eltern am Beginn der Orientierungsstufe einen Elternleitfaden erhalten, unterstützt eine Handreichung die Arbeit der Klassenleiter in den künftigen Klassen 5.
3.5 Allgemeine Aufgaben
Schullaufbahnberatung
Ein Elternabend für die Eltern der zukünftigen Schüler in Klasse 5 gibt Hinweise zum Lernen am Gymnasium, während der Elternabend in den 7.Klassen der Profilwahl gewidmet ist.
Beratung bei Lern-, Leistungs- und Verhaltensstörungen
Schüler mit einer Lese-Rechtschreibschwäche werden durch Diagnostik und spezielle Förderung unterstützt.
Einzelberatungen erfolgen bei Lernstörungen, besonderen psychischen Belastungen oder autoaggressivem Verhalten. Die Beratungslehrer stellen Anträge auf sonderpädagogischen Förderbedarf im Bereich Hören, Sprache und bei auffälliger emotionaler bzw. sozialer Entwicklung. Die Vermittlung von Beratung außerhalb der Schule erfolgt gezielt.
Gesprächsrunden mit Schülern und Elternabende zur Sucht- und Gewaltprävention sind integrale Bestandteile der Beratertätigkeit.
Berufs- und Studienberatung
In den Klassen 9 und 11 wird ein Bewerbertraining und in den 10.Klassen ein Training zum Vorstellungsgespräch durchgeführt. Außerdem informieren die Beratungslehrer zu den Angeboten der Universitäten und Hochschulen und bieten studienfeldbezogene Eignungstests am Ende der Klasse 11 mit Psychologen an.
3.6 Evaluation
Die interne Evaluation ist ein bewusst eingeleiteter und geplanter Prozess zur Prüfung
und vor allem zur Verbesserung der schulischen Qualität. Sie erfüllt im Rahmen der
Schulprogrammarbeit mehrere Funktionen: Sie unterstützt die Kommunikation über Stand und Entwicklung der Schule. Außerdem gibt sie nicht nur den Schülern, Lehrern und Eltern, sondern auch der Außenwelt eine Information darüber, was eine Schule bisher geleistet hat. Am Lößnitzgymnasium finden seit vier Jahren regelmäßig interne Evaluationsprozesse statt, deren Ergebnisse direkt in die Schulprogrammarbeit einfließen und zur Qualitätssicherung oder Weiterentwicklung beitragen. So wurden verschiedene Arbeitsfelder – z.B. die Studienarbeiten, die Freiarbeit und der Profilunterricht – in den vergangenen Jahren in die Evaluation einbezogen.
Die externe Evaluation im Schuljahr 2008/09 wurde erfolgreich durchgeführt und
bietet ausreichend Ansatzpunkte für die langfristige Schulentwicklung.